In den letzten Monaten mussten wir leider vermehrt Betrugsversuche mittels so genannter Paketagenten feststellen. Wir möchten daher jeden warnen Jobangebote per Email anzunehmen, bei denen mit leicht verdientem Geld gelockt wird. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.
Die Masche funktioniert folgendermaßen. Die gut organisierte Online-Mafia versendet Spam-Emails mit Jobangeboten an tausende Emailempfänger. Fällt jemand auf die Email herein, so wird ein echt wirkender Arbeitsvertrag geschlossen. Als Arbeitgeber wird meist eine Firma mit Sitz im Ausland vorgegeben – oftmals eine existierende und seriöse, ebenfalls ahnungslose Firma.
Auffällig ist, dass der Kontakt nur über eine Email-Adresse eines kostenlosen Maildienstes, wie Yahoo, Gmail oder GMX, erreichbar ist. Außerdem verlangt der fingierte Arbeitgeber in der Regel die Bankdaten und Ausweiskopie des angehenden Paketagenten oder auch die Kopie der letzten Telefonabrechnung. Dann geht die Arbeit für den Paketagenten los. Es kommen Lieferungen an, die weitergeleitet werden müssen. In manchen Fällen werden die Sendungen sogar von Fahrern abgeholt. Und für diesen leichten Nebenjob soll der ahnungslose Mittäter 10 bis 20 Euro pro Paket erhalten, die oft gar nicht gezahlt werden.
Was passiert tatsächlich? Mit gestohlenen Kreditkarten oder ausgespähten Konten werden hochwertige Artikel bei Online-Shops bestellt. Damit die Betrüger beim Nutzen der gestohlenen Daten nicht erwischt werden, brauchen sie einen ‚Schwarzen Peter‘. Hier kommt der unwissende Paketagent ins Spiel, dessen Lieferadresse bei betrügerischen Online-Bestellungen angegeben wird. Selbst wenn ein Shop Verdacht schöpft und eine Legitimation verlangt, hat die Kreditkarten-Mafia die Kopie des Personalausweises vom Paketagenten und sogar eine aktuelle Telefonrechnung passend zur Lieferadresse. Die Bestellung ist damit für den Shop unmöglich als betrügerisch zu entlarven. Der Warenagent wird dem ganzen erst gewahr, wenn die Polizei bei ihm klingelt. Denn der betrogene Kreditkartenbesteller lässt die Belastung auf seiner Karte zurückgehen. Der Shop hat nur eine falsche Email-Adresse von dem Besteller, auf die nach erfolgreicher Bestellung niemand mehr antwortet. So kommt es dann zur Anzeige gegen den Paketagenten.
Auch unwissende Mittelsmänner können wegen Geldwäsche und Verschleierung unrechtmäßig erlangter Vermögenswerte belangt werden. Dies kann eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren und / oder eine Geldstrafe mit sich bringen, so die Polizei München.
Die zugehörige Pressemitteilung zu diesem Eintrag finden Sie auf der Gimahhot-Presseseite oder hier als PDF.
